Infos rund um den Urlaub

Cachen im Urlaub

Cachen, als Kurzform für Geocaching, ist eigentlich nichts anderes als eine moderne Form der Schnipseljagd. Man nutzt ein GPS und an vorgegebenen Korrdinaten oder durch zu lösende Rätsel und Aufgaben kommt man ans Ziel. In den meisten Fällen ist das eine Plastikdose in unterschiedlichster Grösse. Als Zeichen das man sie gefunden hat, schreibt man seinen Namen auf einen in der Dose befindlichen Zettel.

Via www.geocaching.de kommt man an weiterführende Informationen.

Ich habe das Geocaching im Urlaub genutzt um Tagesziele zu haben. Ich bin kein Fan von Schlossführungen und Destillerie-Besuchen. Durch das Suchen der Caches bin ich nochmal zu Orten, die ich schon kannte, die ich aber zum Teil von ganz anderen Seiten kennenlernte. Ich kam aber auch zu Orten, wunderschönen Orten, die ich ohne das Cachen wohl nie entdeckt hätte oder wo ich einfach nicht hingegangen bzw. hingefahren wäre.

Dazu gehören z.B. die Woodland Walks in Armadale oder Strontian, die Burgruinen von Castle Tioram oder Kilchurn Castle. Oder einfach nur das Finden schöner Aussichtspunkte.

Manche waren aber auch einfach nur eine physische Herausforderung, sei es nochmal den Weg zu den Falls of Glomach zu versuchen (und diesmal auch zu schaffen), einen Munro wie den Beinn Dorain auf das Dach zu steigen oder auf den höchsten Berg Grossbritanniens, den Ben Nevis.

Fast immer wurde ich belohnt durch "amazing views" wie es im Englischen so schön heisst. Wundervolle, phantastische, atemberaubende oder verblüffende Panoramen.

Ich habe die schottische und auch englische Landschaft abseits der Touristenrouten kennenlernen dürfen. Die meisten Orte und Plätze wird man nicht in Reiseführern finden.

Die Caches selbst waren nicht immer toll, aber sie waren Mittel zum Zweck. Und wenn ich sie nur genutzt habe, um nicht stur Kilometer zu reissen, wenn es mal längere Etappen zwischen zwei B&Bs gab oder die Etappen sehr kurz waren und man noch Zeit rumbringen musste, bis man an die Türe klopft oder wenn ich einfach keine Lust auf lange Wanderungen hatte.

So wurde abseits der Schnellstrasse mal eine Pause eingelegt und ein Cache gesucht, sich dabei die Beine vertreten oder es gab viele kleine Spaziergänge oder Wanderungen am Tag. Hauptsache nicht den ganzen Tag einfach nur rumsitzen oder sich über andere Autofahrer ärgern, die einem dem Spass am Cruisen verleiden.

Doch eines sollte man immer machen: sich vorbereiten! Vorallem, wenn es abseits der Strassen geht. Damit nicht unnötig Frust aufkommt oder man sich in Gefahr begibt. Dafür ist das Listing zu studieren, die Wertung zu berücksichtigen, Hinweise zu lesen und Logs/Notizen von Vorfindern sowie zumindest wenn es ins Gelände geht, Spoiler zu verwenden. Und wenn es los geht, immer die richtige Ausrüstung dabei haben: festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Kompass, Ersatzbatterien, Proviant, vollgeladenes Handy, im Auto Schuhwerk zum Wechseln sowie zweite Garnitur Kleidung und Schutz für die Autositze. Man saut sich ziemlich schnell ein, selbst wenn es nicht regnet.

Es gibt auch Caches wo man einiges lernen kann, weil man Informationen suchen muss. Das sind sogenannte Earthcaches. Hier findet man keine Dose, sondern man wird an eine Stelle geführt, die einen in die Nähe der Informationsquelle bringt. Es gilt Fragen zu beantworten und ggf. ein Foto von sich und dem Ort machen. Erst wenn man dies alles hat, ist es erlaubt virtuell den Cache zu loggen.

Durch solche Earthcaches wird man an geologisches Besonderheiten herangeführt. Manchmal sind diese Ort klein, man übersieht sie fast. Wie z.B. die Honeycombs in Elgol. Man muss schon davor stehen, um sie zu sehen. Sichtbar sind vielleicht 10x4m. Oder wer liest schon die Hinweistafeln bei den Kilt Rocks oder schaut sich das Denkmal auf den Ben Nevis genauer an?

Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken und bei manchen Orten fragt man sich: was hat jemanden hierhergeführt bzw. wie wurde der Ort gefunden, um hier einen Cache zu verstecken? Da wäre die Höhle des Killerkanichens aus dem Monty Python Film :"Die Ritter der Kokosnuss", ein paar hundert Meter von einer Single Track Road entfernt, die nur eine Ausweichroute ist, einen Hügel hoch, abseits von normalen Wegen oder die beiden Verstecke in der Nähe von Neist Point, dem westlichsten Punkt von Skye. Zu dem einen führt immerhin noch ein Pfad für Schafe, zu dem anderen aber existiert nichtmal sowas. Aber die Aussicht war toll und das Fitnessprogramm nicht zu verachten.

Cachen in Schottlands ist nichts für Couchpotatoes, aber die sind in den Highlands eh am falschen Platz ;)