Vorbereitungen

Was hab ich mir nur dabei gedacht als es im Februar zum Treffen ging um den Vereinstripkalender mit Daten zu fuellen und ich eine Mehrtagestour eintragen liess? Eine Woche im September um von Glenfinnan nach Mallaig zu paddeln. Ein deutscher Paddler, der in einem britischen Paddlerforum schreibt brachte mich auf die Idee fuer diesen Trip. Es ging Wochen ins Land bis am Horizont so langsam der Termin naeher rueckte und das Vorhaben begann Realitaet zu werden
Der Paddelurlaub im Sound of Harris wurde als Uebung genutzt um zu testen wie gut ich mit Gepaeckfahrten im eigenen Boot mit meiner eigenen Ausruestung zu Rande komme und wie man eine Gruppe organisiert. Eine Erkenntnis war, das ich in Zeltaufbau relativ flink bin, aber im Packen und geordneten Abgang noch gehoerig Nachholbedarf habe.

Gute 4 Wochen vor dem Trip ging eine Mail an die Seekajaker im Verein raus um Mitfahrer zu finden. Als bald hatten sich 3 Mann gemeldet, mit nur einem bin ich davor gepaddelt, nicht die besten Voraussetzungen, aber wird schon. Oder  nicht, weil 2 Wochen vor geplanten Start gabs die erste Absage, 1 Woche spaeter die zweite und von Nummer 3 gabs ueberhaupt keine Reaktion auf meine Emails, dabei war das der Paddler der Transport fuers Kajak brauchte.

Ein 80km Trip auf eigene Faust? Andererseits wuerde mir das erlauben zu bestimmen wie schnell und wieviel am Tag gepaddelt wird, haette ich keinen Bock mehr, dann koennte ich auch einfach abbrechen. Doch vielleicht war ich doch nicht allein, Stewart aus Nairn, der mann mit dem zum ersten Mal von Elgol gestartet bin und mich letztes Jahr fuer ein WE zu den Summer Isles begleitete gedachte mitzukommen. Es sollte nicht dazu kommen, meine Zeitplanung passte nicht zu seiner.

Am Samstag begann ich mit dem Packen, machte letzte Einkaeufe, wurde aber nicht komplett fertig. Den Abend verbrachte ich mit dem "Herstellen" von zwei "short tows", die man auch als Trageschlingen fuers Kajak verwenden kann. Am Sonntag schlief ich aus, packte noch die Klamotten ein (am Samstag lief nochmal ne Waschmachine), eine Dusche (irgendwas stimmt mit dem Wasserdruck nicht, ein paar Tage zuvor hatte die Lebenspartnerin vom Vermieter gefragt, ob jemand nen Leck bemerkt haette, aber es war nichts sichtbar. Der schwache Wasserdruck blieb, was bei elektrischen Durchlauferhitzer bedeutet das man entweder nen heisses Rinnsal hat oder nur ne lauwarme Dusche wenn man die normale Einstellung nutzt).

Fertig gepackt und zum Container, das Boot holen. Halb den Berg runter nochmal umkehren ich hatte Brot und Frischkaese auf der Kuechenablage vergessen, dabei war das doch mein geplantes Abendbrot. Schliesslich wurde das Kajak aufs Auto geladen, Paddel in den Kofferraum und es ging Richtung Fort William, endlich mal wieder ein bisschen Geocachen. Bedeutete einen laengeren Stopp am Commando Memorial bei Spean Bridge weil dort ein River Walk startet, gespickt mit etwa 10 Caches. ich entdeckte die Reste der Bahntrasse und 2 eingefallen Steinbogenbruecken, errichtet von General Wade. Ein sehr idyllischer Spaziergang, der auch kurz am Spean langfuehrte. Der Sommer in Schottland war zwar kuehl und nicht grade sonnig, aber bei dem Wasserstand im Fluss auch nicht nass. Weil ich am Start nicht alle Koordinaten auf mein Smartphone geladen habe, nutzte ich eine "Abkuerzung" zur Strasse statt dem Weg zu Ende zu folgen.

Der Spaziergang dauert lang genug um in Fort William anzukommen, nachdem die Rezeption im Hostel fuer den Nachmittag/Abend wieder besetzt war. Eigentlich. Halb 6 und die Rezeption war verwaist, keiner reagierte auf wiederholtes Klingeln. Nachfragen in der Gemeinschaftskueche wo anscheinend einiges vom Personal war, aber der diensthabende Manager war nicht dadrunter und musste erst von seinen Leuten gesucht werden.

Einquartiert und dann runter in die Stadt fuer etwas Shopping (Ginger Beer um nach dem Trip ne kleine Belohnung zu haben) und in den Pub fuer Abendbrot. Eh war Urlaub und die naechsten Tage stand Campingfutter an, wollt mir nochmal was goennen. Leider war das Essen nicht der Renner, schmeckte zwar aber es kam lauwarm an den Tisch.

Zurueck im Hostel und auf dem Zimmer mit einem deutschen Paearchen plaudern, welches grade den West Highland Way absolviert hat, eine Dusche (war zum Zeckencheck nachdem ich beim Geocachen durch diverses an Farn durch bin), in der Lounge mit Buch in der einen Hand, Foen in der anderen das Haar trocknen und ab in die Federn.