22. September - See, Fluss, Meer - Flussabwaerts

Ich stiefel zum Boot zurueck und mampf die Quiche im gehen, nicht schlecht, aber Salz fehlt. Ein Blick zur Uhr, immer noch im Plan fuer Hochwasser bei den Stromschnellen. Von Hochwasser im Fluss kann ich dagegen nur traeumen, schon auf den letzten Meter des Lochs und Beginn des Flusses hilft nur Hoppeln. Ich kann diesen Fluss nicht lesen. Normalerweise heisst es, wo man Wasserbewegung gut erkennt, ist es flach, weil Steine fuer Verwirbelungen sorgen, doch Binsen und Co. taeuschen das ein oder andere Mal ueber Flachstellen hinweg. Das Wasser stroemt kaum und kann so nicht fuer Verwirbelungen sorgen. Spaeter rausch ich nur knapp an einem Stein vorbei, auch da gabs keine Verwirbelungen drumrum, weil genuegen Platz fuer das Wasser zum Fliessen.

Obwohl der Wasserstand im Loch nicht sehr hoch ist, fliesst noch genuegend Wasser den Fluss runter um fuer Stroemung zu sorgen, die mich vorantraegt ohne das ich Paddeln muss und stattdessen Fotos machen kann. Dann kommt die Stelle, die neben der Stromschnelle fuer mich ein Fragezeichen war als ich im April in Arachle war. Der Strom unter der alten Bruecke, eine Engstelle und Kurve, wo das Wasser aufgrund der unterschiedlichen Felsentiefe Kehrwasser entstehen laesst und einen gegen Felsen drueckt. Doch nicht heute, zu wenig Wasser, zu wenig Druck. Ich passiere die Bruecke und die Stege fuer die Lachsfischer und runter gehts die Flussbiegungen. Dahinter folgen halbhohe Daemme, die schraeg vom Ufer in den Fluss reinreichen und mir einen Zickzackkurs aufzwingen, wenn ich nicht stranden will. Das sind kuenstlich geschaffene Hindernisse mit klaren Linien, wobei der Kurs den ich neben muss gut erkennbar ist. Ok, ein paar Mal wird es reichlich knapp, ich beweg kein kurzes, sehr einfach zu wendenes Plastik Wildwasserkajak, sondern ein 5.41m langes, vollbeladenes GFK Seekajak. Es wird nicht nur ein paar mal knapp, tatsaechlich hab ich das eine oder andere mal eine Grundberuehrung, wo ich den Stroemungsverlauf falsch einschaetze. Es sollte aber noch schlimmer kommen, hinter einer Biegung wird der Fluss weiter und weist Ministromschnellen auf, die der anhaltenden Flussbiegung folgen. Ich ueberlege ernsthaft anzuhalten, auszusteigen und das Boot zu treideln. Ich kann zwar erkennen wo ich partout nicht lang kann, aber die verbleibenden Moeglichkeiten sehen auch nicht einfach aus. Ueber die erste Kante schiebt mich das Wasser noch sachte hinweg, doch in dem kleinen Pool in dem ich lande heisst es das Boot auf der Stelle zu wenden um nach rechts in den tiefen Kanal zu kommen. Ich bleibe ein paar Mal haengen, finde nur schwer Platz um das Paddel ins Wasser zu bringen, "gleite" zwischen zwei Steinen durch um das Boot nochmal um zu wenden, diesmal nach links. Wieder im Hauptstrom gehts fuer eine Meile mit viel Zickzack und Grundkontakt voran. Da tut mir schon fast physisch weh was ich Dobhran da abverlange.



Werd ich es noch zu Flut zur Flussmuendung schaffen? Ich passiere eine Stromschnelle in einer S-Kurve in welcher der Fluss reichlich schmal wird und rechter Hand ist ein (fuer ein Paddler) hoher, kleiner Steinpier. Soll das die Stelle sein, wo die Umtragung anfaengt? Keine Chance fuer mich, ob mit oder ohne Bootswagen, da bekomm ich das Boot allein nicht hoch! Der Fluss ist nun gerade, fliesst ziemlich schnell und ich sehe einen groesseren Wavetrain mit offenen Wasser dahinter. Ist das Loch Moidard und der Wavetrain die Stromschnelle? Keine grosse Stufe, nur ein einfaches hinuntergleiten, durch ein paar Wellen durch und das war's. Warum hatte ich mir nur zuviel Sorgen gemacht. Ein WOHOOOOOOO von mir und fuer Dobhran ein paar anerkennende Taetschel auf das Deck. Die Tort(o)ur hatte ein Ende, mein Seekajak schwamm endlich auf Salzwasser. Das Wasser war ein wenig aufgewuehlt, aber ich ziehe Wellen einer Flussstroemung vor.