Ostern, Sonne und Meer

Mein zweites schottisches Ostern. Acht Jahre nach dem ersten und so ganz anderes Wetter. Von Anfang an war auf dem Plan mit dem Kajak ne Tour zu machen, nur wo und wieviele Tage.

Da Kajakfahren dann doch sehr windabhaengig ist (wenn man es als Erholung betreibt und nicht als Challenge), hiess es den Wetterbericht beobachten. Kurz vor dem langen Wochenende zeigte sich, das die Westkueste sehr viel verprechend ausschau. Eine Recherche auf der Geocaching Seite ergab, das sich auf den Summer Isles zwei Caches verstecken, die (laut Internet) noch keiner gefunden hat, aber schon fast 2 Jahre existieren. Ganz klar, es geht zu den Summer Isles, da war ich eh noch nicht.

Donnerstag nach der Arbeit ging es direkt los, Dobhran war schon am Vorabend aus dem Container geholt und auf das Autodach gelagen wurden, die restliche Ausruestung war im Auto verstaut. Ich hatte einen Campingplatz noerdlich von Ullapool angemailt, aber keine Antwort erhalten. Also rief ich an. Der Campingplatz wuerde offen haben, ich solle mich bei meiner Ankunft im Pub gegenueber melden.
Bei herrlichen Wetter ging es gen Westen, doch an der Abzweigung nach Skye bog ich ab anstatt der Strasse nach Ullapool zu folgen.
Nein, nicht weil es mich nach Skye zog (ok, das auch), sondern weil ich laut Navi genuegend Zeit hatte und es die Chance gab als Erster einen Geocache zu loggen, da faehrt man schonmal einen "kleinen" Umweg. Jupp, Erster. Bei der Gelegenheit auch mal aus den Bueroklamotten (natuerlich erst nachdem man den Cache gesucht hatte und mit Lederstiefelchen durch leicht nachgebene, feuchte Erde ist) und in Freizeitklamotten.

Wieder zurueck mit Kurs Ullapool kam mir unterwegs Donald McPherson von Explore Highlands entgegen, nicht nur am beschrifteten Van, sondern auch am Kajak zu erkennen, eine markante schottische Lackierung. Donald war der Coach, mit dem ich die ersten zaghaften Versuche von Rockhopping wagte und der mir bei Armadale zeigte wie man in Wellen paddelt. Vorallem aber gab er das OK an den Kajakclub, das meine Faehigkeiten fuer Tagesausfluege mit dem Club ausreichen, da ich keinerlei Zertifikat besitze.

Es ist ein Weilchen her, das ich zuletzt auf jenen Strassen unterwegs war. Fast 5 Jahre. Damals nur die Hauptstrasse lang, hiess es jetzt in die Botnik abbiegen. Fast 15Meilen Single Track Road. Und was fuer eine. Da lernt man Langsamfahren. Blind kleine Huegel rauf und rum um die Ecke. Zum Glueck kam nichts entgegen. Jetzt weiss ich endlich wo der beruehmte Stac Pollaidh ist. An dem musste ich vorbei und dem winzigen Parkplatz fuer dieses Ausflugsziel. Bis zu meinem Ziel war es aber noch hin. Die Strasse lud dann aber zum schneller fahren ein, es ging teilweise fast schnurgerade aus. Den letzten Huegel hoch und erstmal anhalten.

Was fuer eine Aussicht.

Die Summer Isle, mein Paddelrevier fuer morgen. Den Huegel runter und den Zeltplatz suchen. Gefunden und beim Pub melden. Ok, ich bin da, es wird spaeter jemand auf dem Zeltplatz vorbeikommen, um das Geld einzusammeln, in der Zwischenzeit soll ich mir einfach ein Plaetzchen suchen um das Zelt aufzubauen. So parkte ich neben einem anderen Auto mit Kajaks auf dem Dach und baute meine Dackelgarage auf.
Ich denk ich habe nen wirklich nettes Plaetzchen gefunden.

Zum allerersten Mal sah ich die Sonne in Schottland im Meer versinken, kein Huegel versperrte die Aussicht.